ver.di Jugend kritisiert Vorgehen der Polizei

Im Rahmen der Antirepressions-Demonstration, die am vergangenen Samstag, den 22.01.2011 in Göttingen stattgefunden hat, kam es zu zahlreichen Übergriffen seitens der Polizei. Hierbei wurden nach verschiedenen Quellen etwa 30 Menschen verletzt, unter anderem durch den Einsatz von Pfefferspray.

Das weiträumige Sprühen von Pfefferspray in eine dichte Menschenmenge, das auf jeden Fall und in jeder Situation immer Unbeteiligte in einem Demonstrationszug trifft und verletzt, ist nach Ansicht der ver.di Jugend völlig unverhältnismäßig und unverantwortlich. Das rücksichtslose Einschlagen auf TeilnehmerInnen bei der Demonstration, ohne erkennbaren Grund und Veranlassung, ist nicht zu tolerieren. Wir fragen uns, warum die zuständigen Stellen der Polizei bei den gezielten Körperverletzungen der Einsatzkräfte nicht eingeschritten sind.

Insbesondere in der Goethealllee/Ecke Leinekanal schienen Einsatzkräfte bewusst und gezielt Verletzungen bei den überwiegend jungen TeilnehmerInnen herbeiführen zu wollen. Hier wurde das Demonstrationsrecht wortwörtlich mit Füßen getreten. Es spricht Bände, dass im weiteren Verlauf der Route mindestens eine engagierte Person von „BügerInnen beobachten die Polizei“ beim Dokumentieren der Gewalttätigkeiten zum Opfer der Polizei wurde und ihr offenbar eine Anklage angedroht wurde.

Eine Sprecherin der ver.di Jugend kommt zu der Einschätzung: „Die Demonstration am Samstag hat unter anderem verdeutlicht, wie dringend wir eine Kennzeichnungspflicht für Einsatzkräfte brauchen, um unser Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit einklagen zu können. Wir verurteilen die unverhältnismäßigen und ungerechtfertigten Angriffe der Polizei und wünschen den Verletzen eine rasche und vollständige Genesung.“